Gebäudeplanung

Schallschutz mit Mauersteinen von H+H

Sicher im Detail

Massivwände aus H+H Mauersteinen erfüllen meist ohne jede weitere Maßnahme und mit einfachen Anschlussdetails die normativen Anforderungen an den Schallschutz im Wohnbau. Mit massiven Konstruktionen aus H+H Kalksandstein können problemlos auch erhöhte Anforderungen an den Schallschutz erfüllt werden.

Sorgsame Ausführung nach den anerkannten Regeln

Zur Sicherstellung eines vereinbarten Schallschutzes gilt es allerdings bei der Planung und Ausführung Manches zu berücksichtigen. Denn das aus der flächenbezogenen Masse zu erwartende Schalldämm-Maß einer Mauerwerkswand gemäß Massekurve kann nur dann erreicht werden, wenn die Ausführung gemäß der anerkannten Regeln der Technik erfolgt und wenn nicht Installationen, Fugen, Schlitze oder Undichtigkeiten die Schalldämmung verringern.

Technische Beratung

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Schalldämmung nach DIN 4109 mit H+H Porenbeton

Lärm ist objektiv messbar, wird aber je nach Frequenz sehr unterschiedlich empfunden. Die homogene Struktur von Porenbeton hat auf die Schalldämmung einen positiven Einfluss. Schall wird in jede Richtung gedämmt. Darüber hinaus bietet H+H Porenbeton infolge seiner inneren Materialdämpfung einen um 2 dB besseren Schallschutz als gleichschwere Bauteile aus anderen Wandbaustoffen. Denn in Porenbetonwänden wird im Vergleich zu anderen Wänden ein größerer Teil der Schallenergie in Wärmeenergie umgewandelt. 

PP2 0,35 325     39 dB   42 dB 46 dB 48 dB 50 dB 51 dB
PP2 0,40 375   39 dB 41 dB 42 dB 44 dB 47 dB 50 dB    
PP4 0,50 475     43 dB   47 dB 50 dB 52 dB 53 dB 55 dB
PP4 0,55 525 40 dB 43 dB   46 dB 48 dB 51 dB 53 dB    
PP4 0,60 575     45 dB            
PP6 0,65 625   45 dB 46 dB 48 dB 50 dB 52 dB 54 dB 56 dB 58 dB
PP8 0,80 775     49 dB   52 dB 55 dB 57 dB    
Festigkeits-
klasse
Rohdichte-
klasse
Schalltechnisches
Berechnungs-
gewicht nach DIN 4109-32
Bewertetes Direktschalldämm-Maß Rw zweiseitig verputzter Wände (Gips- oder Kalkgipsputz mit 10 kg/m² bzw. ab D = 300 mm Leichtputz Typ II mit 15 kg/m²) nach DIN 4109-32: Schallschutz im Hochbau - Teil 32: Eingangsdaten für den rechnerischen Nachweis des Schallschutzes (Bauteilkatalog) - Massivbau (Juli 2016) noch erforderlich ist die Berücksichtigung der Flankenübertragung von Bauteilen
    [kg/m³] 115 mm 150 mm 175 mm 200 mm 240 mm 300 mm 365 mm 425 mm 500 mm

Tab. 7.3 Bewertete Bau-Schalldämm-Maße Rw (Direkt-Schalldämm- Maße) von einschaligen Wänden aus Porenbeton-Plansteinmauerwerk mit beidseitig 1,5 cm dicker Leichtputzschicht aus Kapitel 7 des Porenbeton-Handbuchs

Einschalige Aussenwandkonstruktionen aus Porenbeton erfüllen die Anforderungen an die Lärmpegelbereiche I bis IV gemäß DIN 4109-1. Anforderungen bei Lärmpegelbereich V können durch Einsatz zweischaliger Konstruktionen erreicht werden. Dabei ist es möglich, durch Einbau einer zusätzlichen Schale, z. B. einer Vormauerschale, das tragende Porenbeton-Innenmauerwerk dünner auszubilden. Im Einzelfall hängt die Ausführung von der Außenlärm-Situation, vom Fensterflächenanteil und der schalltechnischen Qualität der Fenster ab.

Werden Fenster mit guten Schalldämm- und daher auch guten Wärmedämm-Maßen eingesetzt, dann ist das schalltechnische Verhalten einer Aussenwand aus Porenbeton mit seiner vergleichsweise geringen flächenbezogene Masse in stark gegliederten Fassaden gleichwertig mit schwerem Mauerwerk. Wegen der wärmetechnischen Qualität einer monolithischen Außenwand aus Porenbeton sollte ermittelt werden, ob der Schallschutz durch den Einsatz eines Baustoffes mit höherer Rohdichte und also geringerer Wärmedämmung tatsächlich deutlich verbessert würde.

Tab. 7.7: Anforderungen an den Schallschutz gegen Außenlärm nach DIN 4109-1 und Konstruktionsvorschläge für Außenwände und Fenster im Wohnungsbau bei verschiedenen Fensterflächenanteilen

Abb. 7.16: Schalldämmung homogener und zusammengesetzter Bauteilflächen

Beim Einfamilienhaus oder Reihenhaus sind die Regelanforderungen an den Schallschutz mit Mauerwerk aus H+H Porenbeton problemlos zu erfüllen.

Für zweischalige Haustrennwände liegen Eignungsprüfungen nach den Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz vor.  

Allerdings können mit einschaligen Wohnungstrennwänden aus Porenbetonmauerwerk üblicher Dicke die Mindestanforderungen an den Schallschutz gegen Geräusche aus fremden Räumen nicht immer erfüllt werden. Dann wird entweder ein schwererer Baustoff wie Kalksandstein gewählt oder eine mehrschalige Konstruktion z. B. unter Verwendung einer Vorsatzschale ausgeführt.

Weitere Aspekte der Schallschutzbemessung von Mauerwerksbauteilen aus Porenbeton sind in Kapitel 7 des Porenbeton-Handbuchs ausführlich dargestellt. Der Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. hat es im Dezember 2018 in 7. Auflage veröffentlicht. Es steht hier zum Download bereit.

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Schalldämmung nach DIN 4109 mit H+H Kalksandstein

Massives Mauerwerk mit hohen Rohdichten gewährleistet einen homogenen Schallschutz über den gesamten hörbaren Frequenzbereich. Kalksandsteine verfügen über eine besonders hohe Rohdichte. Abhängig von der Verarbeitung von H+H Kalksandsteinen und der Dicke der Wand leistet diese deshalb einen wertvollen Beitrag zum Schutz vor Lärm und der Übertragung von Schall von Raum zu Raum.

 aus Schallschutzbroschüre des Bundesverbandes Seite 6ff

Tafel 2: Die Anforderungen an den Mindestschallschutz, Beispiellösungen mit Kalksandstein

Tafel 3: Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz, Beispiellösungen mit Kalksandstein

Tafel 6: Direktschalldämmmaße von Kalksandsteinwänden nach DIN 4109-2:2016

Was bei der Planung zu beachten ist und welchen Beitrag Konstruktionen aus Kalksandstein zu gutem Schallschutz leisten können, stellt ausführlich das Kapitel 13 Schallschutz im Planungshandbuch Kalksandstein des Bundesverbandes Kalksandstein Industrie e.V dar. Dort findet sich u. a. eine umfassende Sammlung von Ausführungsdetails. Die aktuelle Auflage des Planungshandbuches steht hier zum Download bereit.

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Fachgerechte Ausführung von Anschlussdetails für guten Schallschutz

Die flankierende Schallübertragung kann einen dominierenden Einfluss auf das Schalldämm-Maß einer Übertragungssituation haben. Deshalb kommt der schalltechnisch günstigen Planung und Ausführung der Anschlussdetails zwischen Trennbauteil und Flanken eine zentrale Rolle bei der Realisierung eines hochwertigen Schallschutzes zu.

Stoßstellen zwischen Mauerwerkswänden können im Verband gemauert, stumpf gestoßen oder durchgeführt werden. Angesichts der deutlich schnelleren Bauausführung stellen heute der Stumpfstoß oder die „durchgeführte“ Trennwand (jeweils unter Verwendung von Stumpfstoßankern) die Regel dar.

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Schallschutzwerte unterschiedlicher Ausführungen der Wohnungstrennwand

Berechnungen mit dem KS-Schallschutzrechner zeigen für unterschiedliche Ausführungen der Wohnungstrennwand, dass mit einer 24 cm Kalksandsteinwand (KS RDK 2,0) ein Bauschalldämm-Maß R’w von 56 dB (mit einem Sicherheitsabschlag von 2 dB) erreicht wird. Vertikal resultiert mit der 24 cm Kalksandsteinwand (KS RDK 2,0) als Wohnungstrennwand und einer 22 cm dicken Geschossdecke aus Stahlbeton ein Bauschalldämm-Maß von R’w = 59 dB (DnT,w = 58,2 dB; LnT,w = 43,8 dB).

Um die Schallschutzstufe II der VDI 4100:2012 mit DnT,w = 59 dB zu erreichen, ist in der Regel eine massivere Konstruktion zu wählen. Eine Wohnungstrennwand etwa ist mit 30 cm Kalksandstein der Rohdichteklasse 2,0 und von der Außenwand schalltechnisch entkoppelt auszuführen. Die Geschossdecke wurde im Rechenbeispiel mit 25 cm Normalbeton festgelegt. Somit wird auch vertikal eine Standard-Schallpegeldifferenz von 59 dB erreicht.

Einen allgemeinen Überblick über Schallpegeldifferenzen DnT,w und Bauschalldämm-Maße R’w, die mit verschiedenen KS-Wandkonstruktionen bei einer beispielhaften Raumsituation (Grundfläche 5 x 3 m) erreicht werden, gibt die folgende Tabelle.

Bild 18: Bauschalldämmmaß und Schallpegeldifferenz für unterschiedliche Trennwandaufbauten

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Schallschutzwerte unterschiedlicher Ausführungen einer Haustrennwand bei Doppel- und Reihenhäusern

An zweischalige Trennwände von massiven Doppel- und Reihenhäusern werden besondere schalltechnische Anforderungen gestellt. DIN 4109-1 fordert für Haustrennwände in Einfamilien-Reihenhäusern und Einfamilien-Doppelhäusern einen Mindestschallschutz von R'w ≥ 62 dB (über dem untersten Geschoss) bzw. R'w ≥ 59 dB (im untersten Geschoss). Bei heutigen Erwartungshaltungen und technischen Möglichkeiten kann davon ausgegangen werden, dass diese Anforderungen als nicht zufriedenstellend einzustufen sind. Die zu erbringende Schalldämmung von zweischaligen Haustrennwänden soll nach Übereinkunft der Verfasser der schalltechnischen Spezifikation DIN SPEC 91314 folgendermaßen festgelegt werden:

  • Bei vollständiger Trennung (das Gebäude ist unterkellert und die Trennfuge ist mindestens ab Oberkante der Bodenplatte vorhanden) R'w ≥ 67 dB (für Haustrennwände zwischen fremden Aufenthaltsräumen, unter denen mindestens ein Geschoss vorhanden ist; erdberührt oder nicht erdberührt)
  • Bei unvollständiger Trennung (nicht unterkellerte Gebäude und Gebäude mit „Weißer Wanne“ gelten als unvollständig getrennt) R'w ≥ 62 dB (im untersten Geschoss)

Die Fuge zwischen den beiden Mauerwerksschalen wird von der Oberkante des Fundaments lückenlos bis zur Dachhaut durchgeführt. Die Dicke der Trennfuge ist bei Haustrennwänden aus H+H Kalksandstein mindestens 30 (besser 40) mm. Bei einer Haustrennwänden aus H+H Porenbeton ist die Fuge mindestens 50 mm. Der Fugenhohlraum ist mit dicht gestoßenen und vollflächig verlegten Mineralfaserplatten Typ WTH nach DIN EN 13162 in Verbindung mit DIN 4108-10 ausgeführt, um Mörtelbrücken zu vermeiden.

Die Erhöhung des Schalenabstandes wirkt sich günstig auf den Schallschutz aus. Dies gilt nicht bei üblichen Schalenabständen im untersten Geschoss, wenn die Fußpunkte der Schalen (z. B. durch gemeinsame Bodenplatten und/oder Fundamente) gekoppelt sind. Hier wirkt sich die Erhöhung der flächenbezogenen Masse der Schalen deutlicher aus als eine Erhöhung des Schalenabstands.

Zweischalige Haustrennwände aus Porenbetonmauerwerk

Mit zweischaligen Haustrennwänden aus Porenbeton können die geforderten Schalldämm-Maße erreicht werden. Folgender Wandaufbau wurde geprüft:

  • Porenbeton-Plansteine PP4-0,60, d = 0,175 m mit Innenputz, d = 10 mm
  • Trennfuge, d = 50 mm, mit Mineralfaserplatten Typ WTH d = 40 mm
  • Porenbeton-Plansteine PP4-0,60, d = 0,175 m mit Innenputz, d = 10 mm

Abb. 7.11 aus Kapitel 7 des Porenbeton-Handbuchs:

Bewertete Schalldämm-Maße R'w zweischaliger Haustrennwände aus Porenbeton, gemessen in Prüfständen und ausgeführten Bauten

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Einfluss von Schlitzen und Einbauten auf die Schallschutzwerte

Werden Wände durch Schlitze und Einbauten geschwächt, verringert sich ihre Schalldämmung infolge der verringerten flächenbezogenen Masse. Das stellenweise geschwächte Bauteil ist als zusammengesetztes Bauteil mit Teilflächen unterschiedlicher Schalldämmung zu betrachten.

Bereits bei der Grundrissplanung ist darauf zu achten, dass die Installationswand (für Küche, Bad, WC) nicht unmittelbar an einen schutzbedürftigen Raum grenzt. Empfehlenswert ist es daher, Grundrisse spiegelbildlich zur Wohnungstrennwand zu planen und die Nassräume am Treppenhaus anzuordnen.

Rohrleitungen

Rohrleitungen für fließende Medien (Wasser/Abwasser und Gase) sowie z. B. Waschbecken oder WCs sollten aufgrund des störenden Körperschalls als Vorwandinstallation mit raumseitiger Verkleidung ausgeführt werden. Bei Vorwandinstallationen ist darauf zu achten, dass die schalltechnische „Dichtigkeit“ der Mauerwerkswand vor Einbau der Vorwandinstallation z. B. durch das Aufbringen eines Putzes oder zumindest das Verspachteln der Fugen sichergestellt wird.

Einschalige Wände, an denen diese Leitungen befestigt werden, sollten nach DIN 4109-36 eine flächenbezogene Masse von mindestens 220 kg/m2 haben, zum Beispiel eine verputzte einschalige 11,5 cm dicke Wand aus Kalksandstein der RDK 2,0. Leichtere Installationswände mit einer flächenbezogenen Masse < 220 kg/m2 können verwendet werden, wenn durch Eignungsprüfungen (z. B. durch den Prüfbericht einer unabhängigen Prüfstelle) nachgewiesen ist, dass sie sich schalltechnisch nicht ungünstiger verhalten.

Kabelleitungen

Kabelleitungen (z. B. Elektro-, Klingel- oder Telefonleitungen) werden sinnvollerweise über Kabelkanäle (z. B. als Fußleiste) oder im Estrichaufbau horizontal verteilt. Die vertikalen Steigleitungen werden in Schlitzen nach DIN EN 1996-1-1/ NA geführt. Die Schlitze sind mit Mörtel zu schließen. Auch bei beidseitiger Installation der Dosen muss nicht mit einer Minderung der Schalldämmung gerechnet werden, sofern die Öffnungen für die Dosen von beiden Seiten separat ohne durchgehende Bohrung hergestellt werden.

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Zeitgemäße Schallschutzplanung mit dem KS-Schallschutzrechner

Der Bundesverband der Kalksandsteinindustrie e.V. hat den KS-Schallschutzrechner entwickelt. (Download) Er berücksichtigt alle Einflussparameter des Rechenverfahrens von DIN 4109-2:2018-01 und ist deshalb auch für den Nachweis der Einhaltung von konkreten Anforderungen an den Schallschutz unter Berücksichtigung der flankierenden Übertragung geeignet. Trotz der Vielzahl der zu berücksichtigenden Parameter ist die Handhabung dieses Berechnungs-Tools einfach und intuitiv. Konstruktionen aus H+H Porenbeton können allein und in der Kombination mit H+H Kalksandstein ebenfalls schalltechnisch berechnet werden.