Verarbeitungshinweise

H+H Porenbeton ist leicht zu verarbeiten und ermöglicht wirtschaftliches Bauen. Davon profitiert der Maurer sowie der Bauherr. H+H Steine können direkt auf der Baustelle individuell den Vorgaben der Planung angepasst werden.
Grundlage für die Erstellung von Mauerwerk sind die Mauerwerksnorm DIN EN 1996 "Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten" mit den nationalen Anhängen sowie die VOB-Norm DIN 18330 "Mauerarbeiten".

Lager- und Stoßfugenausbildung

H+H Porenbetonsteine haben eine hohe Maßgenauigkeit und werden mit Dünnbettmörtel verarbeitet. Lagerfugen sind vollflächig zu vermörteln. Die Dicke der Fugen beträgt 1 mm bis max. 3 mm.
Ab einer Wanddicke von 115 mm haben H+H Porenbetonsteine in den Stoßfugen ein Nut-Feder-System. In der Regel erfolgt keine Stoßfugen-Vermörtelung, die Steine werden knirsch aneinander gestossen. Stoßfugenbreiten > 5 mm sind nach DIN EN 1996-1-1/NA beidseitig an der Wandoberfläche mit Mörtel zu schließen.
Folgende Ausnahmen erfordern eine Stoßfugen-Vermörtelung:    

  • Übermauerung von H+H Flachstürzen
  • Ggf. Mauerwerk bei der Anforderung an eine Brandwand
  • Ggf. Mauerwerk von Kelleraußenwänden in Abhängigkeit von der statisch angenommenen Lastabtragung
  • Ggf. bei nichttragenden inneren Trennwänden in Abhängigkeit von der Wandlänge

Unabhängig von der Art der Profilierung sollten die Stoßfugen im Bereich von Außenecken vermörtelt werden. Optimal ist mit einem nicht profiliertem H+H Eckstein oder einem Zuschnitt zu beginnen.

Überbindemaße

Die Mauerwerksnorm DIN EN 1996-1-1/NA regelt die Überbindemaße für Mauerwerk in Abhängigkeit von der Steinhöhe H.

  • Mauerwerk aus H+H Plansteinen:
    ≥ 0,4·H bzw. ≥ 45 mm
    bei einer Steinhöhe von 250 mm mindestens 100 mm
  • Mauerwerk aus H+H Tempoplan und H+H Multielementen:
    ≥ 0,2·h bzw. ≥ 125 mm
    bei Steinhöhen von 375, 500, 625 und 750 mm mindestens 125 mm

Brüstungsmauerwerk

Brüstungsmauerwerk ist aufgrund unterschiedlicher Lastabtragung und Spannungskonzentrationen eine Schwachstelle. Auf das normative Überbindemaß der Plansteine von mindestens 10 cm sollte hier besonders geachtet werden. Stoßfugen in Verlängerung der Leibungen sollten vermieden werden. Durch das Einlegen einer konstruktiven Bewehrung in der obersten Lagerfuge können auftretende Spannungen auf die gesamte Brüstungsfläche verteilt werden.
Stumpfstoßtechnik

Eine in der Praxis bekannte und mittlerweile überwiegend angewandte Bauweise ist die Stumpfstoßtechnik durch Einlegen von Edelstahl-Flachankern, z.B. H+H Mauerverbindern in die Lagerfuge. Stumpfstoßverbinder sind so zu bemessen, daß sie in den Drittelspunkten der Wandhöhe jeweils 1/100 der vertikalen Last der auszusteifenden Wand übertragen. Es ist der jeweilige Einflußbereich (der mittlere Abstand zwischen den aussteifenden Wänden) anzunehmen. Die Stumpfstoßverbinder sind in den Drittelspunkten der Wandhöhe anzuordnen, wobei sowohl mehrere Verbinder in einer Lagerfuge als auch eine Verteilung über mehrere Lagerfugen möglich ist. Der Einbau muss in jedem Fall in waagerechter Lage erfolgen. Um eine schalltechnisch vorteilhafte biegesteife Verbindung zu erreichen, ist die Stumpfstoßfuge vollflächig zu vermörteln.

Anschluss von Mauerwerk an Stahlbeton- bzw. Stahlstützen

Wenn Mauerwerk an vorhandene Stützen aus Stahlbeton bzw. Stahl anzuschließen ist, dann ist eine geeignete Halterung erforderlich. Maueranschluss-Schienen an den Stützen ermöglichen dies. Bei Errichtung des Mauerwerks werden dann H+H Maueranschlussanker in die Schienen eingeführt und in den Lagerfugenmörtel eingedrückt. Der Maueranschlussanker übernimmt Querkräfte und lässt Zwängungen aus Gebäudebewegungen und hygrischen bzw. thermischen Verformungen zu.

Schlitze und Aussparungen

Schlitze und Aussparungen, die in Mauerwerk nachträglich angeordnet werden, sind mit geeigneten Werkzeugen, z. B. einer Mauerschlitzfräse herzustellen. Ohne gesonderten Nachweis sind Schlitze zulässig, wenn die Grenzwerte nach Abschnitt 8.6 der Mauerwerksnorm DIN EN 1996?1-1/NA eingehalten werden.

Maßnahmen gegen Regen

Während der Rohbauphase ist Niederschlagswasser nicht vorhersehbar oder vermeidbar, aber damit einhergehender Feuchteeintrag soll minimiert werden. H+H Porenbetonsteine werden auf Werkspaletten mit Folienhaube geliefert. So sind die Steine vor der Verarbeitung gegen Durchfeuchtung geschützt. Frisch erstelltes Mauerwerk ist bis zum Abbinden des Dünnbettmörtels vor direktem Regen zu schützen. Mauerwerkskronen und Fensterbrüstungen sind abzudecken. Bei anhaltendem starken Regen sollte nicht gemauert werden.